Chernobylite 2

Chernobylite 2 präsentiert sich als ehrgeizige Fortsetzung, die mit der Unreal Engine 5 und Epic’s Nanite-Technologie neue Maßstäbe in der postapokalyptischen Spielewelt setzt. Besonders spannend ist die Entwicklung zum weitläufigen Open-World-Spiel, das sowohl eine Einzelspieler-Kampagne als auch Online-Koop-Missionen bietet.

Als „Planewalker“ schlüpfen wir in die Rolle von Cole Grey und erkunden eine völlig transformierte Sperrzone auf der Suche nach der mysteriösen Ressource Chernobylite. Darüber hinaus verspricht der für 2025 angekündigte Titel für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S nicht nur verbesserte Charakterentwicklungsmöglichkeiten, sondern auch einen spannenden „Post-Story“-Modus für langanhaltenden Spielspaß.

Nach 80 Stunden intensiver Spielzeit können wir nun enthüllen, ob sich der Trip in die neue Sperrzone tatsächlich lohnt.

Technische Leistung und Grafik

Die technische Umsetzung von Chernobylite 2 zeigt deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Plattformen. Allerdings gibt es bei der PC-Version einige bemerkenswerte Einschränkungen, die Beachtung verdienen.

Unreal Engine 5 Performance

Bei der PC-Version treten vor allem im DirectX 12-Modus erhebliche Leistungsprobleme auf. Während die Effektqualität auf „Niedrig“ eingestellt werden muss, um spielbare Frameraten zu erreichen, läuft der DirectX 11-Modus deutlich stabiler. Selbst mit High-End-Hardware wie einer RTX 4090 kommt es im DX12-Modus zu Framedrops auf bis zu 8 FPS.

Die Systemanforderungen fallen entsprechend anspruchsvoll aus:

  • Minimum: Intel Core i7-7700K, 16 GB RAM, RX 580 8GB
  • Empfohlen: Intel Core i5-12600K, 16 GB RAM, RX 6700

Grafikvergleich PS5 vs PC

Die PS5-Version bietet zwei Grafikmodi:

  • Performance: 1080p bei 60 FPS mit verbesserter Grafikqualität
  • Resolution: Dynamische 4K-Auflösung bei 30 FPS mit Raytracing

Darüber hinaus nutzt die PS5-Version die spezifischen Konsolenfunktionen wie haptisches Feedback und adaptive Trigger des DualSense-Controllers. Die Raytracing-Implementierung beschränkt sich dabei auf den Qualitätsmodus mit einer Ausgabeauflösung von 1512p.

Während die PC-Version theoretisch das höhere grafische Potenzial bietet, zeigt sich die Konsolenversion derzeit als stabilere Alternative. Die DirectX 12-Probleme auf dem PC führen dazu, dass selbst leistungsstarke Systeme mit unerwarteten Performanceeinbrüchen zu kämpfen haben. Die 150 GB Speicherplatzanforderung auf allen Plattformen deutet zudem auf umfangreiche Textur- und Grafikdaten hin.

Gameplay-Evolution seit Teil 1

Im Vergleich zum Vorgänger entwickelt sich das Gameplay von Chernobylite 2 in eine deutlich ambitioniertere Richtung.

Neue Open-World Mechaniken

Die segmentierte Spielwelt des ersten Teils weicht einer vollständig begehbaren Open World. Während Spieler früher zwischen einzelnen Zonen wechseln mussten, ermöglicht die neue Struktur eine nahtlose Erkundung der gesamten Sperrzone. Darüber hinaus beeinflussen verschiedene Fraktionen die Spielwelt aktiv – ihre Einflussgebiete verschieben sich dynamisch basierend auf den Entscheidungen des Spielers.

Kampfsystem-Änderungen

Das Kampfsystem wurde grundlegend überarbeitet und bietet nun folgende Optionen:

  • Fortschrittliches Nahkampfsystem mit erweiterten Waffenmodifikationen
  • Verbessertes Fernkampfsystem mit vielfältigem Waffenarsenal
  • Schleichmechaniken für taktische Herangehensweisen

Eine besonders innovative Neuerung ist das Planewalking-System, das es ermöglicht, zwischen verschiedenen Charakterbuilds zu wechseln. Außerdem können Spieler jederzeit zwischen Ego- und Third-Person-Perspektive wechseln.

Basenbau 2.0

Im Gegensatz zum Vorgänger konzentriert sich der Basenbau nun auf ein zentrales Hauptquartier anstelle mehrerer kleiner Außenposten. Die Basis bleibt auch nach Abschluss der Hauptgeschichte zugänglich und bietet erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten für die Konstruktion ganzer Räume und Strukturen. Die Zuweisung von Aufgaben an Teammitglieder wurde ebenfalls verfeinert – sie kümmern sich nun eigenständig um Ausrüstung und Vorräte. Während der täglichen Operationen spielt das Management der Basis eine zentrale Rolle bei der Herstellung wertvoller Gegenstände und der Verbesserung von Waffen.

Die ersten 20 Stunden

Meine ersten Spielstunden in der neu gestalteten Sperrzone offenbaren eine faszinierende Mischung aus Science-Fiction und historischer Realität.

Story-Einstieg

Der narrative Einstieg führt uns in eine Welt, in der das mysteriöse Chernobylite zurückgekehrt ist und noch mächtigere Fähigkeiten entwickelt hat. Die Geschichte dreht sich um einen besonderen Charakter namens Borya, dessen blasse Haut, grüne Augen und die in seiner Haut eingebetteten Chernobylite-Kristalle von einer tiefgreifenden Transformation zeugen. Besonders beeindruckend ist der Moment, als das Chernobylite einen verlassenen Bagger mit anderen Maschinenteilen zu einem mechanischen Kampfanzug verschmilzt.

Schwierigkeitsgrad

Die Entwickler haben für den zweiten Teil ein deutlich umfangreicheres Schwierigkeitssystem implementiert. Anders als im Vorgänger können Spieler nun folgende Aspekte individuell anpassen:

  • Überlebenskampf
  • Kampfmechaniken
  • Basenverwaltung

Diese Anpassungsmöglichkeiten erlauben es sowohl Hardcore-Spielern als auch Neueinsteigern, ihre ideale Spielerfahrung zu finden. Darüber hinaus können die Einstellungen jederzeit verändert werden, während sich die eigenen Fähigkeiten verbessern.

Die internen Spieltests zeigen eine durchschnittliche Spieldauer von 25 Stunden für die Hauptgeschichte. Allerdings variiert diese Zeit erheblich – während einige Tester 10-15 Stunden benötigten, brauchten andere mehr als 35 Stunden. Zunächst mag die Orientierung in den weitläufigen Gebieten Zeit in Anspruch nehmen, doch mit zunehmender Erfahrung beschleunigt sich der Spielfortschritt merklich.

Die Entscheidungen, die wir in diesen ersten Stunden treffen, haben spürbare Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf. Jeder Gefährte verfügt über einzigartige Fähigkeiten und kann uns wichtige Fertigkeiten beibringen. Gleichzeitig müssen wir ihre persönlichen Bedürfnisse im Auge behalten, da unzureichende Versorgung zu Desertion oder sogar zum Tod führen kann.

Endgame und Langzeitmotivation

Nach Abschluss der Hauptgeschichte eröffnet Chernobylite 2 zahlreiche neue Spielmöglichkeiten.

Koop-Missionen

Die Entwickler haben ein innovatives Koop-System implementiert, das sich nahtlos in die Einzelspieler-Kampagne einfügt. Während der Großteil des Spiels als Soloerlebnis konzipiert ist, können Spieler Freunde zu speziellen Missionen einladen. Allerdings beschränkt sich der kooperative Aspekt auf bestimmte Aufgaben – ein kompletter Durchlauf der Geschichte im Koop-Modus ist nicht möglich.

Post-Story Aktivitäten

Die Erkundung der Sperrzone endet nicht mit dem Abschluss der Haupthandlung. Das Spiel bietet folgende Endgame-Aktivitäten:

  • Unbegrenzte Erkundung der offenen Spielwelt
  • Ressourcensammlung für verbesserte Ausrüstung
  • Fortlaufendes Basis-Management und Entwicklung
  • Freischaltung eines höheren Schwierigkeitsgrades

Darüber hinaus bleiben alle Werkbänke und Crafting-Stationen auch nach der Story zugänglich. Die tägliche Planung von Operationen und Ressourcenverteilung bleibt ein wichtiger Bestandteil des Spielablaufs.

Wiederspielwert

Der Wiederspielwert entsteht hauptsächlich durch das verzweigte Entscheidungssystem. Besonders interessant ist die Möglichkeit, frühere Entscheidungen durch Chernobylite-Kristalle zu ändern und alternative Handlungsverläufe zu erleben. Der finale Überfall auf die Basis kann dabei überraschende Wendungen nehmen – schlecht vorbereitete Spieler riskieren den Tod ihrer Gefährten oder sogar das eigene Ableben.

Außerdem bietet das Spiel verschiedene Herangehensweisen an Missionen. Die Kombination aus Schleichen und offensivem Kampf ermöglicht unterschiedliche Taktiken. Dennoch bleiben bestimmte Story-Ankerpunkte fest verankert, wodurch sich jeder Durchgang trotz variabler Missionsreihenfolge und unterschiedlicher Werkzeugverfügbarkeit nicht komplett neu anfühlt.

Fazit

Nach 80 Stunden Spielzeit lässt sich eindeutig sagen: Chernobylite 2 ist ein beachtlicher Fortschritt gegenüber dem Vorgänger. Die technischen Schwierigkeiten der PC-Version, besonders im DirectX 12-Modus, trüben allerdings das Gesamtbild. Dennoch bietet die PS5-Version eine stabile Alternative mit überzeugender Grafikleistung.

Besonders beeindruckend finde ich die gelungene Verschmelzung von Open-World-Gameplay und Story-Elementen. Das neue Planewalking-System zusammen mit dem verbesserten Basenbau sorgt für deutlich mehr spielerische Freiheit als im ersten Teil. Allerdings zeigt sich auch nach vielen Spielstunden, dass einige Missionsabläufe trotz verschiedener Herangehensweisen etwas eintönig werden können.

Die Entwickler haben mit dem erweiterten Schwierigkeitssystem und den Koop-Missionen gute Arbeit geleistet. Dadurch eignet sich das Spiel sowohl für Einzelspieler als auch für gemeinsame Ausflüge in die Sperrzone. Zwar erreicht der Wiederspielwert nicht ganz die erhofften Höhen, doch das Post-Story-Gameplay bietet genügend Inhalt für viele weitere Stunden in der faszinierenden Welt von Chernobylite 2.

FAQs

Q1. Wie lange dauert ein Durchgang von Chernobylite 2? Die Spieldauer variiert je nach Spielstil. Für die Hauptgeschichte werden durchschnittlich etwa 25 Stunden benötigt, wobei einige Spieler 10-15 Stunden und andere über 35 Stunden brauchen. Mit zusätzlichen Aktivitäten und Erkundungen kann die Spielzeit deutlich länger ausfallen.

Q2. Welche Grafikmodi bietet Chernobylite 2 auf der PS5? Auf der PS5 gibt es zwei Grafikmodi: einen Performance-Modus mit 1080p bei 60 FPS und verbesserten Grafikdetails, sowie einen Auflösungsmodus mit dynamischer 4K-Auflösung bei 30 FPS und Raytracing-Effekten.

Q3. Ist Chernobylite 2 ein Open-World-Spiel? Ja, im Gegensatz zum Vorgänger bietet Chernobylite 2 eine vollständig begehbare Open World. Spieler können die gesamte Sperrzone nahtlos erkunden, ohne zwischen einzelnen Zonen wechseln zu müssen.

Q4. Gibt es in Chernobylite 2 einen Koop-Modus? Chernobylite 2 enthält spezielle Koop-Missionen, die sich in die Einzelspieler-Kampagne einfügen. Spieler können Freunde zu bestimmten Aufgaben einladen, jedoch ist ein kompletter Durchlauf der Geschichte im Koop-Modus nicht möglich.

Q5. Wie funktioniert das Basenbau-System in Chernobylite 2? Das Basenbau-System konzentriert sich auf ein zentrales Hauptquartier mit erweiterten Gestaltungsmöglichkeiten. Spieler können ganze Räume und Strukturen konstruieren, Teammitgliedern Aufgaben zuweisen und die Basis für die Herstellung von Gegenständen und Waffenverbesserungen nutzen. Die Basis bleibt auch nach Abschluss der Hauptgeschichte zugänglich.

Entwickelt wird das Spiel von The Farm 51

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