Builders of Egypt startete am 8. Januar 2025 mit großen Erwartungen als erster bedeutender Städtebauer des Jahres. Jedoch sprechen die Zahlen eine andere Sprache: Nur 44% positive Bewertungen auf Steam und lediglich 570 gleichzeitige Spieler zum Höhepunkt zeigen eine ernüchternde Realität.
Während das Spiel mit seiner Grafik und der nostalgischen Atmosphäre am Nil durchaus punkten kann, kämpft es mit Herausforderungen im Ressourcenmanagement und anderen Spielmechaniken. Tatsächlich ziehen viele Spieler Vergleiche zum Klassiker Pharaoh aus dem Jahr 1999 – und das nicht immer zu Gunsten des Neulings.
Nach 50 Spielstunden haben wir uns intensiv mit dem Aufbaustrategiespiel beschäftigt und werden in diesem Test alle Aspekte beleuchten – von der technischen Umsetzung bis hin zur Langzeitmotivation. Ist Builders of Egypt dennoch eine würdige Alternative zum Genre-Klassiker? Das erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.
Technische Aspekte und Performance
Zunächst werfen wir einen Blick auf die technischen Anforderungen von Builders of Egypt. Das Spiel verlangt mindestens einen Intel Core i5 6600k oder Ryzen 5 1600 Prozessor und eine GTX 1060 mit 6GB VRAM. Für die optimale Spielerfahrung empfehlen die Entwickler allerdings einen i7 6700k oder Ryzen 5 3600 sowie eine RTX 2060.
In unseren Tests haben wir allerdings festgestellt, dass selbst eine moderne RTX 3060 Probleme hat, stabile Bildraten zu liefern. Besonders in größeren Städten macht sich die mangelhafte Optimierung bemerkbar. Die grafische Qualität des Spiels ist durchaus beeindruckend, jedoch fordert sie ihren Tribut von der Hardware.
Die Benutzeroberfläche präsentiert sich als funktional, aber wenig innovativ. Wir haben beobachtet, dass die semi-transparenten schwarzen Menüboxen oft mit den warmen Farbtönen der Spielwelt verschmelzen. Darüber hinaus fehlt eine vernünftige Skalierungsoption, was besonders auf kleineren Bildschirmen problematisch sein kann.
Die Entwickler arbeiten kontinuierlich an Verbesserungen. In den letzten Updates wurden folgende Aspekte optimiert:
- LOD-Darstellung (Level of Detail) bei Gebäuden und Vegetation
- Ladezeiten beim Speicherstand-Management
- Kampagnen-bezogene Fehler und Missionsübergänge
Trotz dieser Bemühungen bleiben einige technische Herausforderungen bestehen. Die Performance-Probleme sind nach wie vor spürbar, und die Entwickler haben weitere Optimierungen angekündigt. Immerhin zeigt sich das Spiel nach den Updates deutlich stabiler als zum Release.
Spielmechaniken im Detail
Nach unseren ausführlichen Tests der Spielmechaniken zeigt sich ein komplexes System aus ineinandergreifenden Elementen.
Städtebau und Ressourcenmanagement
Im Kern des Spiels steht ein ausgeklügeltes Städtebausystem, das auf einem Rastersystem basiert. Wir haben festgestellt, dass die strategische Positionierung von Gebäuden entscheidend für den Erfolg ist. Besonders wichtig ist dabei die Anbindung an das Straßennetz – ohne diese funktioniert kein einziges Gebäude.
Die monatlichen und jährlichen Zyklen bestimmen den Rhythmus des Spiels. Besonders interessant ist das dynamische System der Nilüberschwemmungen, die unsere Farmproduktion direkt beeinflussen.
Handel und Wirtschaftssystem
Der Handel erweist sich als Herzstück des Spiels. Tatsächlich haben wir erkannt, dass eine rein auf Steuern basierende Wirtschaft kaum überlebensfähig ist. Das Handelssystem reagiert dynamisch auf die geopolitische Situation, was die Preise kontinuierlich beeinflusst.
Folgende Aspekte sind für ein erfolgreiches Wirtschaftssystem entscheidend:
- Strategische Exportgüterproduktion
- Anpassungsfähigkeit an Marktpreise
- Aufbau stabiler Handelsbeziehungen
Militär und Diplomatie
In der politischen Landschaft müssen wir als Gouverneur ständig schwierige Entscheidungen treffen. Die militärischen Aspekte umfassen sowohl die Verteidigung der eigenen Stadt als auch offensive Operationen auf Befehl des Pharaos.
Darüber hinaus haben wir beobachtet, dass eine Reihe falscher Entscheidungen schnell zum Verlust wichtiger Handelspartner führen kann. Im schlimmsten Fall droht sogar ein Bürgerkrieg, wenn die Autorität des Gouverneurs vollständig untergraben wird.
Langzeitmotivation und Spielmodi
Die Langzeitmotivation von Builders of Egypt basiert auf einer umfangreichen Kampagne mit insgesamt 39 Missionen. In unseren Tests haben wir festgestellt, dass die Spielzeit stark variiert – während frühe Missionen in etwa 10 Minuten abgeschlossen werden können, fordern spätere Szenarien durchaus 1,5 Stunden oder mehr.
Kampagne und Missionsstruktur
Die Kampagne bietet drei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, die sich deutlich auf die Spielerfahrung auswirken:
- Anfänger: Ideal für Einsteiger mit moderaten Zielvorgaben
- Normal: Ausgewogene Herausforderungen
- Schwer: Zusätzliche Missionsziele und verschärfte Bedingungen
Sandbox-Modus Analyse
Darüber hinaus bietet der Sandbox-Modus unbegrenzte kreative Freiheit. Hier können wir ohne Einschränkungen unsere Traumstadt errichten und verschiedene Strategien testen. Besonders beeindruckend finden wir die Flexibilität bei der Gestaltung von Handelswegen und Produktionsketten.
Wiederspielwert nach 50 Stunden
Nach 50 Spielstunden zeigt sich, dass die Kampagne allein etwa 30-40 Stunden Spielzeit bietet. Allerdings haben wir beobachtet, dass einige Spieler deutlich länger brauchen – teilweise sogar die doppelte Zeit.
Die Wiederspielbarkeit wird durch verschiedene Faktoren gefördert:
- Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade mit angepassten Missionsanforderungen
- Dynamische Handelssysteme mit schwankenden Preisen
- Vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten im Sandbox-Modus
Besonders interessant ist die Tatsache, dass jede Mission ihre eigenen spezifischen Ziele und eine maßgeschneiderte Karte bietet. So müssen wir beispielsweise in einer frühen Mission Produktionsketten für Ziegel und Töpferwaren aufbauen, während spätere Szenarien komplexere Wirtschaftssysteme erfordern.
Vergleich mit Genre-Klassikern
Zunächst fällt beim Vergleich mit dem Genre-Klassiker Pharaoh die grafische Entwicklung ins Auge. Während Builders of Egypt mit seiner realistischen Optik und detaillierten Umgebung beeindruckt, vermissen wir manchmal den charmanten, farbenfrohen Stil des Originals.
Builders of Egypt vs. Pharaoh
Besonders interessant ist die Ähnlichkeit der Spielmechaniken. Tatsächlich haben wir festgestellt, dass viele Elemente direkt aus Pharaoh übernommen wurden. Allerdings gibt es auch bedeutende Unterschiede:
- Kein Walker-System wie im Original
- Brot und Bier statt Gold als Währung
- Realistischere Größenverhältnisse bei Monumenten
Moderne Features im Detail
Die technischen Verbesserungen zeigen sich vor allem in der Darstellung der ägyptischen Landschaft. Wir erleben eine lebendige Welt mit üppigen Wiesen entlang des Nils und warmen Wüstensanden. Darüber hinaus bietet das Spiel ein dynamisches Wirtschaftssystem, das auf historischer Authentizität basiert.
Innovationen und Schwächen
In unserer Analyse haben wir festgestellt, dass Builders of Egypt trotz seiner Ähnlichkeiten zum Klassiker eigene Wege geht. Die historisch authentische Herangehensweise und der respektvolle Umgang mit dem Setting heben das Spiel von anderen Genre-Vertretern ab.
Dennoch kämpft der Titel mit seiner Identität. Die starke Anlehnung an Pharaoh macht es schwierig, einen eigenen Charakter zu entwickeln. Während das Spiel durchaus unterhaltsam ist und anspruchsvolle Herausforderungen bietet, fehlt es an wirklich bahnbrechenden Innovationen.
Ein besonderes Highlight ist das überarbeitete Handelssystem. Die jährliche Nilflut ist nicht nur ein Hintergrundevent, sondern ein zentrales Spielelement, das unsere Produktionsabläufe maßgeblich beeinflusst. Diese Mechanik verleiht dem Spiel eine zusätzliche strategische Tiefe, die wir im Original so nicht fanden.
Fazit – Builders of Egypt
Builders of Egypt zeigt sich nach unseren 50 Spielstunden als durchaus ambitionierter Versuch, das beliebte Genre der ägyptischen Aufbauspiele neu zu beleben. Allerdings kämpft das Spiel mit seiner eigenen Identität zwischen Innovation und Tradition.
Die technischen Schwächen, besonders bei der Performance, trüben den ersten Eindruck. Dennoch bietet das Spiel dank seiner komplexen Handelsmechaniken und des authentischen Settings genügend Tiefgang für Strategie-Enthusiasten. Das dynamische Wirtschaftssystem und die realistische Darstellung der Nilflut heben sich deutlich vom Genre-Klassiker Pharaoh ab.
Spieler sollten sich jedoch bewusst sein, dass Builders of Egypt noch Feinschliff benötigt. Die kontinuierlichen Updates der Entwickler stimmen uns aber zuversichtlich für die Zukunft des Spiels. Wer über die aktuellen technischen Hürden hinwegsehen kann, findet hier einen anspruchsvollen Städtebauer mit eigenem Charme – auch wenn er nicht ganz an die Größe seines spirituellen Vorbilds heranreicht.
FAQs – Builders of Egypt
Q1. Wie unterscheidet sich „Builders of Egypt“ von seinem Vorgänger „Pharaoh“? „Builders of Egypt“ bietet eine modernere Grafik und ein realistischeres Setting, verzichtet aber auf das Walker-System. Es verwendet Brot und Bier statt Gold als Währung und hat ein dynamischeres Wirtschaftssystem, das stark von der jährlichen Nilflut beeinflusst wird.
Q2. Wie lange dauert es, die Kampagne von „Builders of Egypt“ durchzuspielen? Die Kampagne umfasst 39 Missionen und bietet etwa 30-40 Stunden Spielzeit. Allerdings kann die tatsächliche Spieldauer je nach Spielstil und gewähltem Schwierigkeitsgrad variieren, wobei einige Spieler sogar bis zu 80 Stunden benötigen.
Q3. Welche technischen Anforderungen hat „Builders of Egypt“? Das Spiel erfordert mindestens einen Intel Core i5 6600k oder Ryzen 5 1600 Prozessor und eine GTX 1060 mit 6GB VRAM. Für eine optimale Erfahrung wird jedoch ein leistungsfähigerer PC empfohlen, da das Spiel in größeren Städten Performance-Probleme aufweisen kann.
Q4. Gibt es einen Sandbox-Modus in „Builders of Egypt“? Ja, „Builders of Egypt“ bietet einen Sandbox-Modus, in dem Spieler ohne Einschränkungen ihre Traumstadt errichten und verschiedene Strategien testen können. Dieser Modus bietet große kreative Freiheit bei der Gestaltung von Handelswegen und Produktionsketten.
Q5. Wie wichtig ist der Handel im Spiel? Der Handel ist das Herzstück von „Builders of Egypt“. Eine rein auf Steuern basierende Wirtschaft ist kaum überlebensfähig. Das Handelssystem reagiert dynamisch auf die geopolitische Situation und beeinflusst kontinuierlich die Preise. Strategische Exportgüterproduktion und der Aufbau stabiler Handelsbeziehungen sind entscheidend für den Erfolg.
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