Railway Empire 2 Review

Railway Empire 2 Review: Railway Empire 2 entführt uns mit über 40 historisch akkuraten Lokomotiven in die faszinierende Ära zwischen 1830 und 1930. Tatsächlich hat der am 25. Mai 2023 erschienene Nachfolger für PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series S/X und Nintendo Switch einiges zu bieten. Darüber hinaus erwarten uns eine umfangreiche Kampagne mit fünf Kapiteln sowie die Möglichkeit, als viktorianischer Tycoon Geschäfte zu ersteigern und Monopole aufzubauen. Allerdings zeigen die unterschiedlichen Bewertungen von 60 bis 80 Punkten, dass nicht alles perfekt läuft – besonders das trockene Tutorial und einige technische Probleme fallen ins Gewicht. Nach mehr als 80 Spielstunden möchte ich euch zeigen, ob sich der Kauf für Strategie-Enthusiasten wirklich lohnt.

Railway Empire 2 Review im Jahr 2025: Was hat sich verändert?

Seit dem Release hat Railway Empire 2 bedeutende Entwicklungen durchlaufen.

Updates und Verbesserungen seit Release

Zunächst brachte das Update 1.3 wesentliche Verbesserungen der Spielmechanik. Die Entwickler führten neue Tastenkombinationen ein und optimierten die Zuglogik, sodass Züge nun Bahnhöfe geschickt umfahren können, wenn sie dort nicht halten müssen. Darüber hinaus wurde eine neue „Streckenauslastung“-Überlagerung hinzugefügt, die von weiß (geringe Nutzung) bis dunkelrot (hohe Nutzung) anzeigt, wie stark befahren die Gleise sind.

Aktuelle Performance auf PS5 und PC

Allerdings kämpft das Spiel weiterhin mit Leistungsproblemen. Besonders auf der PS5 treten Framedrops auf, wenn man näher an Bäume heranzoomt. PC-Spieler berichten von unterschiedlichen Erfahrungen – während einige mit 4K-Auflösung und 60 FPS spielen können, haben andere selbst bei niedrigeren Einstellungen Schwierigkeiten.

Neue Features und DLC-Inhalte

Am 25. Februar 2025 erscheint mit „Bella Italia“ ein neuer DLC. Dieser bringt acht neue italienische Lokomotiven, darunter die „Mastodonte dei Giovi“ und die „Signorine FS Class 640 II“. Außerdem werden drei neue Szenarien eingeführt: „Bella Roma“ (1850er Jahre), „Per la Famiglia“ (1870er Jahre) und „Milano Magnifico“ (1880er Jahre). Der DLC ermöglicht es, 22 regionale Produkte wie Pasta, Grappa und weißen Marmor zu transportieren.

Bereits 2024 wurden mehrere DLCs veröffentlicht:

  • „India“ (Oktober 2024) mit bunten Landschaften und Elefanten
  • „High Voltage“ (Juli 2024) mit Fokus auf Elektrifizierung
  • „Journey To The East“ (Februar 2024) mit einer Route von Wien nach Konstantinopel

Spielmechaniken nach 80 Stunden

Nach intensiven 80 Spielstunden zeigt sich die wahre Komplexität von Railway Empire 2 in allen Facetten.

Komplexität der Wirtschaftssimulation

Die Wirtschaftssimulation erweist sich als außerordentlich detailliert. Zunächst müssen Spieler eine ausgeklügelte Bilanz im Auge behalten und dabei verschiedene Einnahmequellen geschickt koordinieren. Allerdings offenbart sich ein Ungleichgewicht zwischen Aufwand und Ertrag – besonders die Wartungskosten fallen im Verhältnis zu den Einnahmen zu gering aus. Darüber hinaus zeigt sich das Problem des „Snowballing-Effekts“, wodurch Spieler bereits nach wenigen Monaten über zu große finanzielle Ressourcen verfügen.

Langzeitmotivation und Spieltiefe

Die Langzeitmotivation gestaltet sich problematisch. Tatsächlich können erfahrene Spieler selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad alle Aufgaben bereits im Jahr 1835 abschließen. Außerdem lassen sich die Missionen in benutzerdefinierten Spielen innerhalb von nur 5 bis 7 Jahren bewältigen. Das Spiel benötigt dringend:

  • Periodische Schwankungen bei Passagier- und Frachtaufkommen
  • Längere Bauzeiten für Strecken und Bahnhöfe
  • Komplexere bürokratische Herausforderungen

Lernkurve und Zugänglichkeit

Die Einstiegshürde erweist sich als beträchtlich. Das erste Tutorial ist besonders schwach gestaltet, während die offiziellen Anleitungen unvollständig bleiben. Dennoch bietet das Spiel nach der anfänglichen Eingewöhnungsphase ein nahezu entspannendes Spielerlebnis. Besonders die verbesserte Gleiskonstruktion mit automatischer Signalplatzierung und erweiterbaren Bahnhöfen mit bis zu 8 Gleisen erleichtert das Spielen. Die granulare Detailtiefe bei der Verwaltung – von Lokomotivwartung bis hin zur präzisen Streckenplanung – kann jedoch zunächst überwältigend wirken.

Multiplayer und Koop-Modus im Detail

Der Multiplayer-Modus von Railway Empire 2 präsentiert sich mit einigen überraschenden Einschränkungen.

Online-Spielerfahrung

Die Online-Komponente beschränkt sich ausschließlich auf den kooperativen Spielmodus. Allerdings zeigt sich schnell eine bedeutende Einschränkung: Spieler können nicht gleichzeitig bauen, sondern müssen aufeinander warten. Dennoch haben findige Spieler einen Workaround entdeckt – durch die Nutzung verschiedener Planungskanäle können mehrere Spieler parallel arbeiten.

Koop-Kampagne Analyse

Im Kooperativmodus teilen sich alle Spieler ein Unternehmen. Diese Herangehensweise ermöglicht verschiedene Spielstile – während ein Spieler sich um die Westküste kümmert, kann der andere die Ostküste verwalten. Nach einiger Spielzeit entwickelt sich oft eine natürliche Aufgabenverteilung zwischen den Spielern. Besonders interessant: Die Spieler übernehmen unterschiedliche Verantwortungsbereiche, ohne dass dies explizit besprochen werden muss.

Vergleich zum Einzelspieler

Im Vergleich zum Einzelspielermodus zeigen sich deutliche Unterschiede. Der Koop-Modus ähnelt eher einem „Couch-Koop“ als einem vollwertigen Online-Multiplayer. Darüber hinaus fehlt ein kompetitiver Mehrspielermodus, was viele Spieler als verpasste Chance sehen. Die Entwickler haben bislang keine Pläne angekündigt, einen Versus-Modus nachzuliefern.

Die Spielerfahrung gestaltet sich dennoch für manche Spieler positiv – besonders für diejenigen, die einen entspannten, gemeinsamen Spielabend bevorzugen. Die fünf verschiedenen Planungskanäle ermöglichen zumindest eine grundlegende Form der Zusammenarbeit, auch wenn das System seine Grenzen hat.

Fortgeschrittene Strategien

Mit zunehmender Spielerfahrung kristallisieren sich fortgeschrittene Taktiken heraus, die den Unterschied zwischen Profit und Verlust ausmachen können.

Optimale Streckenplanung

Die effiziente Streckenplanung beginnt mit der richtigen Bahnhofsgestaltung. Zunächst sollten Bahnhöfe mit maximal vier Gleisen ausgestattet werden. Darüber hinaus empfiehlt sich die Trennung von Express- und Frachtverkehr durch separate Doppelgleise. Allerdings sollten Kreuzungen weitgehend vermieden werden – stattdessen sind Brücken oder Tunnel die bessere Wahl.

Wirtschaftliche Expansion

Ein ausgeklügeltes Lagerhaussystem bildet das Rückgrat der wirtschaftlichen Expansion. Für Großstädte mit über 90.000 Einwohnern empfiehlt sich der direkte Transport ohne Zwischenlager. Besonders effektiv ist die Strategie, drei separate Bahnhöfe pro Stadt zu errichten:

  • Einen für Passagiere
  • Einen für Post
  • Einen für Fracht

Diese Aufteilung maximiert die Effizienz des Expressgutverkehrs und minimiert Verkehrsstaus an den Bahnhöfen.

Konkurrenzkampf Taktiken

Im Wettbewerb mit der KI zeigen sich mehrere erfolgreiche Strategien. Zunächst sollte man die Konkurrenz durch strategische Gebote zu Spielbeginn schwächen – sie können bis zu 477.110 Euro ihres Startkapitals verschwenden. Anstatt in Sabotageakte zu investieren, die sich selten rentieren, empfiehlt sich eine aggressive Expansionsstrategie.

Die effektivste Methode zur Kontrolle der Konkurrenz ist der systematische Aufkauf ihrer Anteile. Hierfür sollten zunächst Anleihen abgebaut und Kapital angespart werden. Vor dem Aktienkauf ist der Einsatz von Analysten unerlässlich, um den optimalen Kaufzeitpunkt zu bestimmen.

Für die langfristige Dominanz sollten Städte durch ein Netzwerk von Mini-Linien verbunden werden. Diese Strategie ermöglicht es, sieben verschiedene Waren gleichzeitig zu transportieren und den Warentransport zu optimieren. Dabei hat sich gezeigt, dass zwei Züge pro Linie zu Beginn ausreichen, wobei die Anzahl schnell auf vier erhöht werden sollte.

Fazit – Railway Empire 2 Review

Nach 80 Spielstunden zeigt sich Railway Empire 2 als ein Spiel mit zwei Gesichtern. Einerseits beeindruckt die detaillierte Wirtschaftssimulation mit über 40 historischen Lokomotiven und der umfangreichen Kampagne. Allerdings kämpft das Spiel weiterhin mit technischen Problemen, besonders auf der PS5.

Die kontinuierlichen Updates und DLC-Erweiterungen, zuletzt mit „Bella Italia“, zeigen das Engagement der Entwickler. Dennoch bleiben grundlegende Schwächen bestehen – das unausgewogene Wirtschaftssystem und die zu schnelle Spielprogression fallen dabei besonders ins Gewicht.

Tatsächlich empfehle ich Railway Empire 2 hauptsächlich Eisenbahn-Enthusiasten und Strategie-Fans, die über die anfängliche Lernkurve hinwegsehen können. Das Spiel bietet zwar entspannende Spielmomente und fesselnde Wirtschaftsmechaniken, aber der fehlende Versus-Modus und die eingeschränkten Multiplayer-Optionen schmälern den langfristigen Spielspaß.

Alles in allem rechtfertigt der aktuelle Zustand des Spiels den vollen Kaufpreis noch nicht. Strategie-Liebhaber sollten am besten auf einen Sale warten oder sich zunächst mit der Demo vertraut machen.

FAQs – Railway Empire 2 Review

Q1. Wie hoch ist der Schwierigkeitsgrad von Railway Empire 2? Railway Empire 2 hat eine steile Lernkurve, besonders für Neueinsteiger. Es ist ratsam, mit den Tutorials zu beginnen, da das Spiel ohne Einführung schwer zu verstehen sein kann. Nach der Eingewöhnungsphase bietet es jedoch ein zugängliches und oft entspannendes Spielerlebnis.

Q2. Welche neuen Features bietet Railway Empire 2 im Vergleich zum Vorgänger? Railway Empire 2 präsentiert größere und detailliertere Karten, die die gesamten USA und Kontinentaleuropa abdecken. Es bietet über 40 historisch akkurate Lokomotiven und eine umfangreiche Kampagne mit fünf Kapiteln. Zudem wurden die Gleiskonstruktion und Bahnhofsverwaltung verbessert.

Q3. Gibt es einen Multiplayer-Modus in Railway Empire 2? Ja, Railway Empire 2 bietet einen kooperativen Multiplayer-Modus. Allerdings gibt es Einschränkungen: Spieler können nicht gleichzeitig bauen und müssen aufeinander warten. Ein kompetitiver Mehrspielermodus fehlt bislang.

Q4. Wie sieht die langfristige Spielmotivation in Railway Empire 2 aus? Die Langzeitmotivation kann problematisch sein, da erfahrene Spieler selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad alle Aufgaben relativ schnell abschließen können. Das Spiel würde von zusätzlichen Herausforderungen und komplexeren wirtschaftlichen Schwankungen profitieren.

Q5. Welche fortgeschrittenen Strategien sind in Railway Empire 2 erfolgreich? Erfolgreiche Strategien umfassen die effiziente Streckenplanung mit getrennten Express- und Frachtverkehren, die Errichtung separater Bahnhöfe für verschiedene Zwecke in Großstädten und ein ausgeklügeltes Lagerhaussystem. Im Konkurrenzkampf ist der systematische Aufkauf von Anteilen der Mitbewerber oft effektiver als Sabotageakte.

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